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Big Eyes: Tim Burton auf Abwegen

Die Filme von Tim Burton tragen im Allgemeinen eine höchst eigene, eindeutige Handschrift, mit einem extrem hohen Wiedererkennungswert. Wem der morbide Stil, die düsteren Bilder und die allgegenwärtigen Streifenmuster nicht genügen, die Arbeit des Regisseurs zu erkennen, der mag nach ganz speziellen Rahmenbedingungen Ausschau halten, wie den ätherischen Klängen Danny Elfmans oder der Zusammenarbeit von Johnny Depp und Helena Bonham Carter. Es gibt nur wenige Burton-Streifen, die diese Gesetzmäßigkeiten durchbrechen; ob nun das Superhelden-Franchise Batman oder der Kinderbuchklassiker Charlie und die Schokoladenfabrik, Burton hat es geschafft, den verschiedensten Ausgangswerken seinen höchsteigenen Stempel aufzudrücken.

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Burtons neuester Wurf Big Eyes dagegen ist nun – anders. Es handelt sich um ein traditionelles Biopic, das Schicksal der jahrelang von ihrem Mann unterjochten Malerin und Zeichnerin Margaret Keane. Und anders als Ed Wood, Burtons früheres Werk, das ebenfalls die reale Lebensgeschichte eines von ihm verehrten Künstlers erzählt, fühlt sich Big Eyes erstaunlich normal an. Es ist eine ernsthafte Schicksalsbeschreibung, mit einem Hang zum Tragikomischen, die doch weder an Burtons sonstige morbide Note heranreicht, noch seinem Hang zum Grotesken Rechnung zu tragen scheint. Am ehesten ließe sich Big Eyes vielleicht mit Big Fish vergleichen, wobei jener Film doch zumindest auf verschmitzt-wunderlicher Ebene ganz im Geist seines Schöpfers verankert schien.
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Nightmare before Christmas – Danny Elfman zwischen Dies Irae und Carol of the Bells


Beschäftigt man sich mit Tim Burtons Nightmare before Christmas, so ist eine der ersten Feststellungen notgedrungen, dass man es hier gleich mit zwei Festtagsfilmen auf einmal zu tun hat – eine Tatsache, die disneyintern besonders praktisch ist, da man so die Haunted-Mansion-Feiertagsverzierung von Halloween bis Weihnachten an Ort und Stelle lassen kann.
In der Tat ist es ja gerade der Kontrast der beiden Feste, der Tim Burton erst zu seinem schaurig-festlichen Werk inspiriert hat. Er sah mit an, wie in einem Schaufenster nahtlos von Halloween- zu Weihnachtsschmuck gewechselt wurde, und gerade dieses absurde Zusammenspiel der beiden wohl unterschiedlichsten amerikanischen Feiertage fließt direkt in die Seele von Nightmare before Christmas hinein. Es ist der Kontrast zwischen düster, grausam, schaurig auf der einen Seite und besinnlich, fröhlich, leuchtend auf der anderen – oder kurz gesagt, der Kontrast zwischen Tod und Leben.
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Große, schwarze Augenhöhlen – von kleinen Gespenstern und Kürbiskönigen

Nachdem gerade im Bereich der Kinderunterhaltung alles, was Fantasy und coole CGI-Wesen beinhaltet, seit Jahren im Trend liegt, war es nur eine Frage der Zeit, dass nach Krabat auch die anderen Kinderbücher von Ottfried Preußler für die große Leinwand adaptiert wurden. Nun wurde also auch der Kinderbuchklassiker Das kleine Gespenst mit großem Aufwand verfilmt, und das Ergebnis ist wie erwartet – mittelmäßig.

Die Vor- und Nachteile der Verfilmung sind schnell aufgezählt. Der Humor und der Charme des Buchs sind in vieler Hinsicht gut wiedergegeben und es ist herzerwärmend, die altvertrauten Szenen mit einem Mal ganz real zu erleben. Dagegen war es wirklich unnötig, einen zusätzlichen Kinderkrimi-Erzählstrang einzuweben, der mit mittelmäßigen Schauspielern und völlig übertriebenem Drama eher unterdurchschnittlich daherkommt.
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Frankenweenie & Frankensteins Vermächtnis

Frankensteins Monster ist eine der absoluten Ikonen westlicher Horrorgeschichte. In den knapp zweihundert Jahren seit ihrer Erschaffung haben sich die Bilder von Victor Frankenstein und seinem unglücklichen Geschöpf so unwiderruflich in das öffentliche Bewusstsein eingegraben, dass ihr eigentlicher Ursprung mittlerweile tief hinter dem Popkultur-Image vergraben liegt.
Diese Norm-Verschiebung geht so weit, dass man sich fragen kann, was nach heutigem Bewusstsein eigentlich das „Original“ ist. Der Großteil des Publikums wird zumindest wissen, dass Frankenstein auf einem Roman beruht, „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ von Mary Shelley, aber das allgemeine Bild der Figur beruht sehr viel mehr auf dem alten Film von 1931 – und selbst hierfür sind die Parodien des Stoffes wohl um einiges bekannter als Boris Karloffs Darstellung selbst. In der Tat dürfte es bei der Unzahl von Anspielungen und Hommagen von kaum möglich sein, den Film heutzutage ohne jegliches Vorwissen zu sehen.
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Tim Burton’s Aladdin and His Wonderful Lamp

Wenn man Tim Burtons heute unverwechselbar düster-makaberen Stil bedenkt, erscheint für es viele verwunderlich, auf welch buchstäblich märchenhafter Bahn die Karriere dieses Regisseurs begann. Nachdem er in den 80er Jahren lange Zeit als Zwischenzeichner für Disney gearbeitet hatte, kam er gerade noch dazu, einige außergewöhnliche Konzeptzeichnungen für Taran und der Zauberkessel anzufertigen, ehe er im Schwung der von der Entwicklung des Films enttäuschten Künstler von Disney schied und auf den eigenen Regisseurssessel wechselte. Dort schuf Burton zuerst einige Kurzfilme – unter anderem auch für das Disney-Studio – bevor er sich nach der heute so geheimnisvollen wie berüchtigten Hänsel-und-Gretel-Verfilmung im Martial-Arts-Stil und Pee-Wees großes Abenteuer einer klassischen Märchenverfilmung widmete: Aladdin and His Wonderful Lamp.

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Sweeney Todd – Tim Burtons wahrer Vampirfilm


Tim Burton – zweifellos eine Klasse für sich. Der Regisseur, der uns Jack Skellington, Edward mit den Scherenhänden und die schärfste Catwoman von allen geschenkt hat, ist seit langem eines der absoluten Glanzlichter Hollywoods – wenn es sich auch wohl eher um einen Dunklen Stern handelt. Seit ich zum begeisterten Anhänger Burtons und vor allem seiner wiederholten Kollaboration mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter geworden bin, warte ich darauf, endlich einen richtigen Vampirfilm vom Meister der Schwarzen Tragikomödie vorgesetzt zu bekommen.
Natürlich ist dieses Jahr mit Dark Shadows dieses seit langem überfällige Projekt schließlich entstanden, doch das Ergebnis ist auch bei bestem Willen eher mittelmäßig zu nennen. Weder Barnabas Collins, noch die karikierten Blutsauger in Nightmare before Christmas halten schließlich das, was man sich von einem wahren Burton‘schen Kind der Nacht – ganz im Stil der klassischen Horrorgeschichten – wünschen würde. Aber Moment, da gab es doch vor ein paar Jahren einen Burton-Film mit Mord und Totschlag (das heißt, noch mehr als üblich), jeder Menge Blut und eindeutigem Kannibalismus – was ist eigentlich damit?
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