Getagged: Politik

Black Widow, die Froschprinzessin und das Problem der Rollenbilder

Um all den Kritiken, die im Internet herumschwirren, noch mein eigenes Statement hinzuzufügen: Ich finde das Konzept der Marvel-Filmreihe ein mutiges Unterfangen, das die Zuschauer erstaunlich ernst nimmt und alleine dafür seinen Erfolg verdient hat. Für mich ist Avengers: Age of Ultron genau, was er sein sollte, ein kurzweiliger, rasanter Popcorn-Streifen. Und speziell Black Widow halte ich für eine ausgereifte, vielschichtige Action-Heldin, bei der ich mich über jeden zusätzlichen Auftritt freue.
Und dennoch habe ich momentan gewaltige Angst vor der Möglichkeit eines eigenen Black-Widow-Films.

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Um mich deutlicher auszudrücken: Ein gut gemachter Film um Natasha Romanova, der seine Hauptfigur ernst nimmt und sich qualitativ an die anderen Marvel-Filme anlehnt, wäre ein absoluter Traum. Black Widow liefert definitiv genug Material für ihre eigene Geschichte und genügend Ausstrahlung, einen eigenen Film zu tragen – immerhin ist sie das einzige Avengers-Mitglied, das nun bereits in zwei der Filme ihrer Kollegen als wichtige Nebenfigur (oder gar weibliche Hauptfigur) brillierte. Hätte Black Widow vor dem Kinostart von Avengers bereits ihren eigenen Film bekommen, so bin ich zuversichtlich, dass es mein persönlicher Favorit der Serie geworden wäre. Aber mittlerweile sieht die Lage etwas anders aus.
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Charlie Hebdo und die Verarbeitung in der Kunst – eine Überlegung

Die grauenvollen Ereignisse der letzten Woche haben mich ebenso sehr wie jeden anderen zutiefst erschüttert und, mehr noch, zum Nachdenken gebracht. Es ist nicht nur der Fanatismus und die reine zerstörerische Kraft hinter dem blutigen Anschlag, die mich bewegt, es ist vielmehr das Drama, dass eine kleine Gruppe Wahnsinniger es sich anmaßen kann, eine gesamte Glaubensrichtung zu vertreten, und dass es diesen Fundamentalisten gelingt, all ihre Glaubensbrüder durch ihrer Tat zu beschmutzen. Am Ende hat der Anschlag fanatischen Islamisten und Islamhassern ja gleichermaßen geholfen, und es wird eine grauenvolle Bilanz sein, wenn sich die fehlgeleiteten Demonstranten am Montag vervielfacht haben.

Doch ich bin nicht gut darin, über das Zeitgeschehen zu reden; die aktuelle Politik ist schlichtweg nicht mein Metier. Mich selbst hat der folgenschwere Anschlag viel mehr zum Nachdenken auf einer ganz anderen Ebene gebracht: Die Ereignisse haben in mir den Wunsch geweckt, meine Gefühle und meinen inneren Aufruhr auf schriftstellerische Weise zu verarbeiten.
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Strange things did happen: The Hanging Tree und Das Lied vom Henkersbaum

Ob in Buchform oder auf der Leinwand, Katniss Everdeen hat in kürzester Zeit eine gesamte Generation für sich gewonnen. Die Tribute von Panem sind ein wunderbares Beispiel für Jugendliteratur, die sich zurecht auch unter Erwachsenen durchsetzen konnte, und seit Jennifer Lawrence in Hunger Games der jungen Kämpferin Gesicht und Stimme geliehen hat, ist Katniss und ihr Spottvogel-Ruf längst im allgemeinen Kultur-Gedächtnis verankert. So sehr, dass sich bei den jüngsten Aufständen in Thailand der Panem-Salut als allgemeines Freiheits-Symbol durchgesetzt hat.

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Die Verwendung des Wortes ‚Nigger‘ in Huckleberry Finn

Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht, wie ich diesen Artikel schreiben soll. Alleine darüber, wie ich eine Überschrift finde, bei der sich ein Großteil der Leser (und insbesondere die anvisierte Zielgruppe!) nicht sofort empört abwendet. Ehrlich gesagt bin ich ja beinahe erstaunt, dass ich das Wort ‚Nigger‘ in diesem Blog offen ausschreiben und sogar im Titel verwenden darf. Aber natürlich sind all diese Überlegungen ziemlich sinnlos, denn in dem Moment, da ich mich für dieses Thema entschieden habe, war klar, dass ich bei manchen Lesern mit Sicherheit Empörung auslösen werde.
Andererseits geht es hier um Huckleberry Finn, es geht um große Literatur, und solange ich in Sachen Empörung mit Mark Twain in einem Boot sitze, kann ich mich wirklich nicht beschweren.
Kurz gesagt können wir wohl festhalten, dass der Bereich Political Correctness und der richtige Umgang damit ein außerordentlich komplexes Thema darstellen.
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Freie Persönlichkeitsentfaltung oder „die Ideologie des Regenbogens“

Seit seinem Entstehen stellt das Internet eine Bastion der freien Meinungsäußerung und Weitergabe dar, ohne eine allgemeine Zensur oder Korrektur. Natürlich kann es dabei nicht ausbleiben, dass auch viele Fundstücke dabei sind, die den Leser nur den Kopf schütteln lassen – Dokumente von Ignoranz und Diskriminierung oder schlicht Manifeste für eine so engstirnige Sichtweise, dass es dem freiheitlichen Charakter des Mediums Internet zu spotten scheint. Würde man sich die Mühe machen, sich über jede kurzsichtige oder bornierte Stellungnahme zu erhitzen, so käme man wohl in seinem Leben zu nichts anderem mehr.
Aber bei aller Abstumpfung finden sich im World Wide Web doch immer wieder Seiten, bei denen dem unvorbereiteten Leser eigentlich nur noch die Tränen kommen können. Grund dafür kann neben dem hanebüchenen Inhalt vor allem die zutiefst überzeugte Grundhaltung des Autors sein, und die Menge an Menschen, die sich davon bewegen lassen. Ein perfektes Beispiel für solch eine zum Selbstläufer werdende Stupidität ist wohl diese Online-Petition:
Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens
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Politiker und die Sache mit dem Privatleben

Für Politiker war und ist es immer schwer, ihr Privatleben von ihrer öffentlichen Position zu trennen. Gerade in der letzten Zeit haben diverse Skandale immer wieder dafür gesorgt, dass verschiedenste, oft längst verjährte Vergehen unserer Staatsmänner und -frauen in die Öffentlichkeit gezerrt wurden und die entsprechenden Personen regelmäßig Position und Ansehen kosteten. Man kann lange darüber diskutieren, ob eine derartige, eindeutig politisch motivierte Hexenjagd sinnvoll ist – am Ende hat wohl jeder Politiker, der in irgendeiner Weise auch Mensch ist, sich einmal etwas zuschulden kommen lassen, und in den meisten Fällen sagen die entsprechenden Fehltritte herzlich wenig über die wirklichen Qualifikationen der jeweiligen Sünder aus.
Doch natürlich muss man zugeben, dass es sich bei solchen Skandalen im Allgemeinen immer auf die eine oder andere Weise um wirkliche Vergehen handelte; Dinge, die ein scheinbar integrer Mensch und Politiker sich vorwerfen lassen muss. Unser aller liebstes Informationsmedium, die Zeitschrift Bild, hat jetzt allerdings (wieder einmal) einen neuen Tiefpunkt erreicht: FDP-Politiker sucht im Internet nach Sex-Sklavin
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