Getagged: Literatur

Fifty Shades of Grey – ein zweifelhafter Erfolg zwischen den Stühlen

Dass Fifty Shades of Grey nicht zur Krone der großen Literatur gehört, muss nicht extra erwähnt werden. Bei den Büchern handelt es sich um schlechte BDSM-Fanfic zu einer sowieso schon schlechten Vampirbuchreihe. Und im Gegensatz zu den Twilight-Büchern gibt es bei Fifty Shades of Grey auch kaum Verfechter der Serie. Trotz des unwahrscheinlichen Erfolgs der Bücher scheint es niemanden zu geben, der sie wirklich für qualitativ gut hält.

Natürlich wird ein derart unerwarteter Erfolg irgendwann zum reinen Selbstläufer. Auch ich habe die Bücher gelesen, zum einen aus Neugier, und zum anderen weil ich gerne bescheid weiß, ehe ich mich über ein Machwerk öffentlich auslasse. Ich fand den ersten Band erträglich und stellenweise ganz amüsant, den zweiten und dritten dagegen nur noch schmerzhaft langweilig.
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Umbridge und die Häuser von Hogwarts

Die Harry-Potter-Bücher von Joanne K. Rowling bewegen sich längst in einer vollkommen eigenen Liga, in ihrem Erfolg kaum vergleichbar mit irgendeiner anderen Art Literatur. Dieses Phänomen zu hinterfragen oder gar erklären zu wollen haben bislang genug Menschen versucht – generell mit eher mäßigem Ergebnis.
Ich selbst würde gar nicht versuchen, zu ergründen, was genau nun gerade Harry Potter so einmalig macht. Mit Sicherheit verfügt Rowling über einen fantastischen Schreibstil, mit dem sie ihre Leser mitzureißen vermag, und der diese ganze, quirlige Fantasywelt erst wirklich zum Leben erweckt.
So weit, dass man darüber gerne vergisst, die Welt in und um Hogwarts wirklich mit strengen Augen zu durchleuchten.
Denn seien wir ehrlich: Eigentlich weist das Harry-Potter-Universum einige nicht unerhebliche logische Probleme auf, die bei genauerer Durchleuchtung nur zu offensichtlich werden. Das fängt mit dem regelmäßigen Deus ex Machina pro Band an, oder mit simplen faktischen Fehlern wie der Klassengröße Hogwarts verglichen mit der dazugehörigen Schüler- und Lehrerzahl. Dann sind da die praktisch allmächtigen Zauber wie der Zeitumkehrer, der Glückstrank Felix Felicis und der Unbrechbare Schwur, die praktischerweise außerhalb ihrer eigentlichen Storyfunktion nie mehr erwähnt werden. Als ob Voldemort mit einem derart praktischen Schwur nicht längst sämtliche Todesser auf absolute Loyalität verschworen hätte.
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Strange things did happen: The Hanging Tree und Das Lied vom Henkersbaum

Ob in Buchform oder auf der Leinwand, Katniss Everdeen hat in kürzester Zeit eine gesamte Generation für sich gewonnen. Die Tribute von Panem sind ein wunderbares Beispiel für Jugendliteratur, die sich zurecht auch unter Erwachsenen durchsetzen konnte, und seit Jennifer Lawrence in Hunger Games der jungen Kämpferin Gesicht und Stimme geliehen hat, ist Katniss und ihr Spottvogel-Ruf längst im allgemeinen Kultur-Gedächtnis verankert. So sehr, dass sich bei den jüngsten Aufständen in Thailand der Panem-Salut als allgemeines Freiheits-Symbol durchgesetzt hat.

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Dogville, Seeräuber-Jenny und die Alte Dame

Lars von Triers Dogville ist ein seltsamer Film, egal, welche Definition man ansetzen will. Und ich will hier gar nicht anfangen, über den eigentlichen Stil zu reden; über die auf den Boden gezeichneten Kulissen, die (ganz im Sinne Brechts) selbst für eine Theateraufführung bemerkenswert minimalistisch wären. Nein, mich interessiert hier vor allem die Handlung des Films und die Vermischung verschiedener Vorlagen – diese Herkunftsgeschichte ist an sich schon sonderbar genug.
Dogville erzählt die Geschichte eines winzigen Bergdorfes, dessen Bewohner unverhofft mit der Aufgabe konfrontiert werden, einer jungen, vor der Mafia flüchtenden Frau Unterschlupf zu gewähren. Nach anfänglichem Zögern entschließt sich die Dorfgemeinde schnell, Grace in ihrer Mitte aufzunehmen und der Einsamen die Möglichkeit zu geben, ein neues Leben anzufangen. Doch mit der Zeit kehrt sich die schützende Stimmung der Dorfbewohner immer weiter ins Gegenteil, sie beginnen, Grace physisch und sexuell auszunutzen, bis sie schließlich, an ein Wagenrad gekettet, als Sklavin des gesamten Dorfes ihr Leben fristen muss. Als selbst das nicht mehr ausreicht, wird endlich der Entschluss gefasst, das Mädchen doch noch an den Mafiaboss zu verkaufen – der sich allerdings als Graces Vater herausstellt, und auf den Befehl seiner Tochter hin blutige Rache an dem gesamten Dorf verübt.

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Es geschah am hellichten Tag und Das Versprechen – ein Vergleich

Ich bin im Allgemeinen kein großer Krimi-Fan; es ist neben Science-Fiction das einzige Genre, mit dem ich generell wenig anfangen kann. Von dieser Regel gibt es jedoch zwei große Ausnahmen: die Sherlock-Holmes-Bücher von Sir Arthur Conan Doyle und die Kriminalromane von Friedrich Dürrenmatt. Es handelt sich bei den beiden Autoren um die absoluten Enden des Spektrums; sie spannen grob gesagt alles auf, was als Krimi denkbar scheint.
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Der Besuch der Alten Dame: unterschiedliche Blickwinkel von Theaterstück und Musical

Über die Musical-Fassung von Dürrenmatts Der Besuch der Alten Dame habe ich seinerzeit schon einen Artikel geschrieben. Ich war von der Adaption nicht allzu begeistert, dafür weist sie durchgehend zu viele Schwächen auf, aber ich muss zugeben, dass ich mich dennoch nicht von dem Musical lösen kann.
Zum einen liegt das vielleicht daran, dass ich es als eine schmerzhaft verpasste Gelegenheit ansehe. Das Musical hätte wirklich genial werden können; selbst in seiner jetzigen Form hat es stilistische Ähnlichkeiten mit Drama-Größen wie Elisabeth oder Rebecca. Doch das vielversprechende Grundmaterial und die durchaus interessante Musik werden schließlich verwässert durch Texte und Inhaltsänderungen, die einer Seifenoper entsprungen scheinen und durch eigentlich gute Schauspieler, die hier entschlossen scheinen, die schmalzigste Performance ihrer Karriere abzugeben. Wie gesagt, es ist ein Jammer.
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Klassische Werke in neuer Gestalt

Vor einigen Jahren gab es in der Fernsehbranche einen minderen Eklat, als der selbsternannte Literaturgott Marcel Reich-Ranicki während der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises den ihm zugesprochenen Ehrenpreis live ablehnte, mit der Begründung, er „gehöre nicht in diese Reihe“ und fände es „schlimm, dass ich das hier viele Stunden ertragen musste. Diesen Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben.“.
Als Reaktion auf Reich-Ranickis ostentative Ablehnung bat ihn daraufhin der Moderator Thomas Gottschalk, mit ihm zusammen eine Diskussionsrunde zum Thema Fernsehen zu führen. Und wirklich wurde eine Woche später das Gespräch der beiden modernen Fernseh- und Literaturikonen ausgestrahlt, unter dem Titel „Aus gegebenem Anlass – Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk.“.
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Die Elenden: „Ich stahl doch nur ein Brot!“

Victor Hugos 1862 geschriebener Roman Les Misérables oder auf Deutsch auch Die Elenden ist ohne Zweifel eines der großen Werke der Weltliteratur – womöglich das größte überhaupt. Das Buch ist nicht nur den Seiten nach ausnehmend lang, es ist vor allem von seinem Inhalt her wahrlich ausufernd. Hugo hat es geschafft, in diesem Meilenstein der französischen Literatur in unwahrscheinlich viele verschiedene Gebiete einzusteigen, nicht nur, was den Inhalt und den Erzählungsrahmen angelangt, sondern vor allem auch von den philosophischen Themen des Romans her. Er geht ins Absolute, und das für so viele verschiedene Facetten des menschlichen Wesens und des Lebens an sich, dass der Leser am Ende nur sprachlos zurückgelassen wird. Die verschiedensten Themen werden behandelt, übersteigert bis ins Grenzenlose, ohne dabei doch je den realistischen Rahmen zu verlassen, der durch die ganz reellen menschlichen Leidenschaften aufgespannt wird. Das Ergebnis ist groß, ja gewaltig, und es funktioniert – auf philosophischer ebenso wie auf der reinen Handlungsebene.
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Eiskalte Engel – von Gefährlichen Liebschaften und Grausamen Absichten

Die leichtherzige Teenie-Komödie hat sich in Hollywood längst zu einem eigenen Genre entwickelt. Und ganz allgemein gilt: Wenn es in einem amerikanischen Film um eine Gruppe Highschool-Schüler geht, wenn die Hauptthemen ihre jeweiligen Beziehungen und Affairen sind, in einer ausgewogenen Mischung aus Drama und Comedy, dann ist es allgemein nicht verkehrt, das Schlimmste zu erwarten. Aber umso besser ist es, wenn sich ein solcher Film dann als unerwarteter Treffer entpuppt. Denn ab und zu gibt es Filme, die nicht nur an sich ein Juwel darstellen, sondern die es auch ganz nebenbei schaffen, das Vertrauen in die künstlerischen Fähigkeiten der Filmbranche wiederzuerwecken.
Ende der Neunziger gab es eine Zeit, da sich mehrere Filme sich in dieser Hinsicht kurz nacheinander beweisen konnten. Diese Handvoll Filme zeigte nicht nur, dass Teenie-Filme und Beziehungskomödien wirklich klug gemacht sein können, sie bewiesen ganz nebenbei auch, dass es absolut kein Verlustgeschäft sein muss, einem heutigen Publikum im Kino klassische Werke anzubieten.
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Das Prinzip des Fortsetzungsromans

Ich bin ein großer Bücherliebhaber, und ganz besonders ein Fan der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Und gerade bei den Werken der Autoren dieser Zeit kommt man früher oder später unweigerlich an ein ursprünglich als Fortsetzungsroman geschriebenes Buch. Gerade zu dieser Zeit war der Zeitungs- oder Feuilletonroman für viele Autoren die übliche Veröffentlichungsart, darunter so namhafte Schriftsteller wie Alexandre Dumas, Gustave Flaubert, oder auch Charles Dickens. Wie der Begriff schon andeutet, erschien das Buch dabei jeweils in kleinen Häppchen in einer regelmäßig erscheinenden Zeitung, oft über mehrere Jahre hinweg, und wurde dann bei Erfolg am Ende schlicht noch einmal in gebundener Form herausgebracht.
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