Der erste Teil unserer Flitterwochen geht vorbei und damit wird es Zeit für den versprochenen Reisebericht. Seit Dienstagabend konnten wir uns NYC ansehen, haben dabei gefühlt drei paar Schuhe abgelatscht, hervorragende Cocktails getrunken und jede Menge cooler Aktionen erlebt.

New York empfängt uns mit mildem Wetter

New York empfängt uns mit mildem Wetter und bunten Farben

Die erste Überraschung noch am Flughafen – trotz Weißrussischem Visum, Bart und langen Haaren verläuft die Grenzkontrolle friedlich, schnell und unkompliziert. Vielleicht hab ich einfach zu viele Horrorstories gehört, aber alles in allem sind die TSA-Leute fast entspannter als ihre Europäischen Konterparts.

In Brooklyn angekommen bezogen wir unser Zimmer, absolut typisch für die Stadt, winzig, abgeranzt, mit kostenloser Beschallung von der Disko-Mexican-Cantina unter uns und irgendwie trotzdem nett. Ein Bett, ein Tisch, eine röhrende Klimaanlage, und ein Internet das so  langsam ist, dass mans nicht mal nutzen will um herauszufinden wo es Dienstagabend in Brooklyn oder Manhatten was anständiges zu essen gibt.

Man kann natürlich auch wie wir zwei Stunden durch NoLiTa, Little Italy und Chinatown hasten und drei Restaurants finden (zu teuer, zu voll zu ewwwwww!!) und dann hungrig ins Bett gehen. ProTipp: Yelp/Google sind großartig in dieser Stadt, selbst neue Lokale haben schnell bewertungen und die Reviews sind meist echt gut geschrieben. Wir haben danach über diese Quellen immer wieder geniale winzige Restaurants und Coffee Shops gefunden.

Frühstück unter SonnenblumenUnter gruselig beleuchteten Sonneblumen gabs also ein ausgiebiges Frühstück. Hervorragender Cappucino verkündet: Ja – Large heißt hier LARGE. (Mountain Province) dazu Sandwiches (Diese Stadt hat eine gruselige Affektion zu Avocados), ein Avocado-Mango-Smoothie (erwähnte ich die Affektion zu Avocados?) und es ging rüber nach Manhatten. Einen halben Tag planloses umherwandern, Rockefeller Center, die Shops dort, der wildschöne Central Park (im Ernst, das ding ist ziemlich genau so schön wie sein Ruf) und wir begeben uns Richtung.

Den Abend wollen wir gemütlich im Hudson Bar & Books einleiten, Hudson Bar & Bookder nach eigener Auskunft ersten dedizierten Bar mit einem Fokus auf Tabakgenuss, namentlich Zigarrengenuss. Wie das mit dem Konzept Bar & Books zusammenpasst war uns nicht wirklich offensichtlich. Vieleicht werden Bücher durch Tabakrauch imprägniert? Nun, die Cocktails waren hervorragend – ein White Knight am Platz serviert – soweit ich mich entsinne, weisse Beeren, Gin, recht süßer klarer Liquör, kurz geshaked und am Platz in der Cocktailschale mit Gurke serviert. Sehr hübsch, aber nichts besonders spannendes. Dafür war der Preis mit 17$ + Tax/Service sogar in NYC das höchste was wir für einen Cocktail bezahlt haben. Leider ging hier Qualität und Preis nicht ganz zusammen – auch wenn ich vielleicht zum ersten Mal in einer Bar underdressed war – so von oben herab geht Service nicht.

Employees OnlyNun, es schlägt sechs und wir stehen bereit um ein echtes Highlight zu besuchen: Das Employees Only, gerade die Straße runter. Hier treffen wir Hugh, einen super entspannten, wahnsinnig coolen Kanadier und zu Dritt starten wir in Abend und Nacht. Die Barkeeper freuen sich deutsche Honeymooner zu bewirten, schenken die Cocktails am Platz ein und wir freuen uns über einen genialen Whiskey Sour, eine schöne Manhatten Variation, und zwei Fancies für die Dame. Trotz des genialen Ambientes – das Employees only ist vielleicht eine der schönsten und stimmigsten Bars die ich bisher besuchen durfte – und der wunderbaren Drinks zieht vor allem Hugh uns weiter.

Wir verlassen also die vielleicht derzeit beste Bar der Welt, auf jeden Fall eine der schönsten und schauen uns den Rest an.

Das Atta Boy - ein echtes Speakeasy

Das Atta Boy – ein echtes Speakeasy

Mit Uber gehts weiter zur nächsten Bar, einem waschechten Speakeasy – dem Atta Boy. Von aussen verrät nur die kleine Menschenschlange dass hinter der schäbbigen Fassade eine hervorragende, wenn auch an genauso schäbbig aussehende Bar zu finden ist. Drin erwarten uns Cocktails die Wissen woraus sie gemacht sein sollten. Alkohol, mehr Alkohol und wenns gut läuft ein grober Lumpen Eis. Als erstes macht King Kong seinem Namen Ehre – quasi ein Old Fashioned erweitert um ein Bananenliquör.

Wir verlassen diese Bar in Richtung eines Urgesteins, einer Legende, auch ein Speakeasy, aber auf der anderen Seite der Stadt. Der wahrscheinlich coolste Eingang den man sich vorstellen kann aber auch die längsten Wartezeiten – wir wollen ins PDT. Leider sagt man uns, das wir dafür eineinhalb Stunden warten müssen – und so cool Hugh auch ist – am nächsten Tag muss er wohl arbeiten. Damit trennen sich unsere Wege über einer kleinen Zahl leckerer Crif Dogs, und auch wir gehen langsam ins Bett – das Please Don’t Tell läuft uns ja hoffentlich nicht weg, und wir sind immer noch gejetlagged.

Damit ist der Bericht schon vieeeel länger als geplant. Und unser Flug nach Vegas ging auch bereits vor Stunden – mit uns an Board. Da mich nun allerdings in Vegas ein neuer Anflug leichten Jetlags überkommt, bleibe ich noch zwei Tage NYC schuldig – inklusive der Auflösung ob wir’s in PDT geschafft haben. Ich gelobe zu berichten sobalds klappt. Bis dahin verbleibe ich mal mit einem seeligen Pfrooom Pfrooom. Was das heißen soll? Kuckt Mad Max: „Gelobet sei der V8!!“

‚till then: Tobias (ideerly.com) & Ann-Kathrin