Sweeney Todd – Tim Burtons wahrer Vampirfilm


Tim Burton – zweifellos eine Klasse für sich. Der Regisseur, der uns Jack Skellington, Edward mit den Scherenhänden und die schärfste Catwoman von allen geschenkt hat, ist seit langem eines der absoluten Glanzlichter Hollywoods – wenn es sich auch wohl eher um einen Dunklen Stern handelt. Seit ich zum begeisterten Anhänger Burtons und vor allem seiner wiederholten Kollaboration mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter geworden bin, warte ich darauf, endlich einen richtigen Vampirfilm vom Meister der Schwarzen Tragikomödie vorgesetzt zu bekommen.
Natürlich ist dieses Jahr mit Dark Shadows dieses seit langem überfällige Projekt schließlich entstanden, doch das Ergebnis ist auch bei bestem Willen eher mittelmäßig zu nennen. Weder Barnabas Collins, noch die karikierten Blutsauger in Nightmare before Christmas halten schließlich das, was man sich von einem wahren Burton‘schen Kind der Nacht – ganz im Stil der klassischen Horrorgeschichten – wünschen würde. Aber Moment, da gab es doch vor ein paar Jahren einen Burton-Film mit Mord und Totschlag (das heißt, noch mehr als üblich), jeder Menge Blut und eindeutigem Kannibalismus – was ist eigentlich damit?
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Jareth, der Koboldkönig des Labyrinths


Es gibt ein weitverbreitetes Konzept an Märchengeschichten meist für Kinder, das sich stark mit der Frage der eigenen fantastischen Welt auseinandersetzt. Ein Kind – meistens ein Mädchen – gerät durch eigene oder fremde Umstände in ein magisches Zauberland; dort muss sie sich beweisen, eine bedeutende Aufgabe erfüllen oder schlicht sich selbst finden, ehe ihr die Rückkehr in ihre Welt gestattet ist. Oft ist diese Rückkehr mit der Versuchung verbunden, für immer in dem Fantasie-Reich zu verweilen, doch wenn sie ihre Lektion gelernt hat, wird sie bereitwillig und glücklich nach Hause zurückkehren.
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Les Comédies Musicales: Notre-Dame de Paris

Wenn man bei uns von Musicaltheater spricht, so kommen einem wohl als Erstes die großen Webber-Arien in den Sinn, die Menge der amerikanischen Musical-Filme oder auch die deutschen, eher dramatischeren Werke wie Elisabeth oder Der Tanz der Vampire. Woran hierzulande kaum jemand denkt, sind die große Vielfalt an französischen Musicals, die nur eine kurze Strecke von uns entfernt alljährlich durch Paris und Frankreich touren. Denn wenn es sich nicht gerade um den Überraschungsstar Les Misérables handelt, bleiben die Werke unserer Nachbarn zu einem Großteil erstaunlich unbeachtet – eine Tatsache, der ich mit dieser Artikelreihe ein wenig Abhilfe zu schaffen hoffe. Vorhang auf für die Comédies Musicales!

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Absinth – die grüne Fee von Paris


Ich komme frisch zurück aus Paris, der sicherlich schönsten Stadt der Welt. Frankreichs Hauptstadt ist bekannt für vieles; Liebe, Kunst, Freiheit, doch eine Bewohnerin der Weltmetropole ist in den letzten hundert Jahren in Vergessenheit geraten (beziehungsweise ins Reich der Legenden gerückt): die grüne Fee, auch genannt Absinth.
Das hochprozentige Getränk aus Wermut, Anis und Fenchel – wir reden von bis zu 85%, auch wenn sie zum Trinken gewöhnlich stark verdünnt werden – war gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts das Kult-Getränk schlechthin und fand gerade unter den Künstlern zahlreiche Liebhaber, wie Vincent van Gogh, Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe, oder Oscar Wilde, bis es wegen zunehmender Skandale vor rund hundert Jahren in den meisten europäischen Ländern verboten wurde. Und auch wenn dieses Verbot mittlerweile aufgehoben ist, so sind es heute doch vor allem die Hollywood-Filme wie Moulin Rouge und From Hell, die dem früheren Seelentröster noch hin und wieder dem ihm gebührenden Tribut zollen.
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Die Toy-Story-Trilogie in 3D: Toy Story 3


Toy Story 3 ist trotz aller Lobpreisung kein wirklich innovativer Film; wie schon im letzten Artikel ausgeführt, stimmt die grundsätzliche Handlung auf beinah irritierende Weise mit der der beiden Vorgänger-Filme überein:
Zu Beginn wird dem Zuschauer das Spielzeug-Idyll in Andys Kinderzimmer nahegebracht und man erlebt mit, welch starke Bindung zwischen Andy und Woody wirklich herrscht. Dann geschieht ein unerwartetes Ereignis, das diese Beziehung auf die Probe stellt und dazu führt, dass das Spielzeug zurückgestoßen wird. Woody beziehungsweise Buzz geht verloren, landet bei einem lieblosen neuen Besitzer und der andere muss ihm in einer großangelegten Rettungsaktion helfen. Währenddessen wird klar, wie viel Andy sein Spielzeug immer noch bedeutet.
Woody erlebt die Probleme einer anderen Spielfigur und beiden wird daraus die Bedeutung von Spielzeugen an sich (erneut) bewusst. Dann folgt eine rasante Jagd um die letzte Minute, ehe am Ende wieder Harmonie im Spielzimmer einkehrt. Und die Moral ist klar: Die wichtigste Aufgabe eines Spielzeugs ist und bleibt die, Freude zu schaffen und geliebt zu werden.

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Die Toy-Story-Trilogie in 3D: Toy Story 2


Auch wenn Toy Story 2 erst der dritte Film aus dem Hause Pixar ist, sind die Entwicklungen seit Teil eins unverkennbar. Bereits die erste Szene, die Buzz Lightyears Science-Fiction-Welt in einem Computerspiel zeigt, ist großartig – und das in 3D mehr denn je.
Was während des Films besonders auffällt, ist die Entwicklung, die die menschlichen Figuren im Verlauf der kurzen Zwischenzeit durchgemacht haben. Sahen die Kinder in Teil eins noch selbst aus wie (leicht missgestaltete) Gummipuppen, so sind Al und der Restaurator Gerry wirklich auf dem Niveau „realistischer“ Pixar-Figuren – und das, obwohl sie seit Toy Story die nächsten von Pixar animierten Menschen waren.
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Die Toy-Story-Trilogie in 3D: Toy Story


In einer Zeit, da auf der einen Seite 3D-Filme einen immer festeren Bestandteil unseres täglichen Kinoprogramms ausmachen und auf der anderen Seite ältere Filme einen wirklich triftigen Grund brauchen, um eine Neuaufführung in den Lichtspielhäusern zu rechtfertigen, sind es nur die Kosten einer professionellen 3D-Konvertierung, die die Filmstudios davon abhalten, ihre gesammelten Klassiker erneut ins große Rennen zu schicken. Natürlich gibt es Filme, bei denen eine Konvertierung einfacher wäre, als bei anderen; je größer der computergenerierte Anteil eines Blockbusters, desto mehr Informationen zur Tiefe des Bildes können sich bereits im Ausgangsmaterial befinden, und bei allen neueren, am Computer zusammengefügten Zeichentrickfilmen sind die verschiedenen Ebenen von vornherein einzeln verfügbar. Und dann gibt es da noch die rein computergenerierten Animationsfilme …
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Black Swans Finale oder Die Premiere von Schwanensee


Eines der künstlerisch ambitioniertesten Filmprojekte der letzten Jahre ist mit Sicherheit Darren Aronofskys Verarbeitung des Schwanensee-Stoffes in Gestalt von Black Swan, ein Werk, über dessen Genialität kaum noch ein Wort verloren werden muss.
Neben dem eigenen Inhalt des Films, der selbst genug Raum zu Interpretationen bietet, lässt sich zusätzlich eine Menge in das Grenzspiel zwischen Realität und Wahnsinn hineinlesen. So könnte der gesamte Film als eigene Schwanensee-Adaption gesehen werden, in der Nina als Odette auftritt, Lily als Odile und die Hauptrolle in dem Ballett als der von beiden begehrte Prinz. Zu dieser Überlegung fügt sich auch die Tatsache, dass der Film mit dem Prolog des Balletts beginnt und mit dem Finale endet; beides mit Nina in der Rolle eines perfekten Weißen Schwans.
Auch wenn seit Erscheinen des Films vielleicht schon alles Interessante zu dem Werk gesagt scheint, will ich doch die Gelegenheit nutzen, noch einmal meine eigenen Gedanken zu dem gemeinsamen Finale von Film und Ballett aufs Papier zu bringen – in der Hoffnung, dass sie vielleicht sogar helfen, dieses Kleinod noch ein wenig mehr zu schätzen.
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