Starpower aus Amerika: Kenneth Branagh in Hamlet

Wie ich am Ende meines letzten Artikels angedeutet hatte, ließ das nächste Event meiner Los-Angeles-Tour nicht lange auf sich warten. Nach dem bombastischen Disneyland-Kinoereignis machte ich mich am nächsten Abend auf den Weg nach Hollywood, um dort in einem altmodischen Kino Hamlet zu sehen. Das vierstündige, vollständige Meisterwerk in 70 mm auf der großen Leinwand – das alleine wäre es sicher wert gewesen. Aber anschließend sollte tatsächlich eine Podiumsdiskusion mit Kenneth Branagh, dem Hauptarsteller und Regisseur stattfinden!
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Zur Welt-Premiere von Pirates of the Caribbean – On Stranger Tides

Im Mai 2011 erblickte der vierte Teil der von mir hochgeschätzten Fluch-der-Karibik-Reihe das Licht der Kinosäle – und ich war seinerzeit verrückt genug, mal eben eine Woche nach Los Angeles zu fliegen, um die Weltpremiere von Pirates of the Caribbean – On Stranger Tides persönlich mitzuerleben.
Was folgt ist der hautnahe, brühwarme und noch in derselben Nacht geschriebene Bericht zu Disneys bislang neuestem Piraten-Abenteuer:
 
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Das Phantom der Oper – 25 Jahre Musicalgeschichte

Als leidenschaftlicher Anhänger sowohl von Gaston Leroux‘ berühmtestem Schauerroman als auch von Andrew Lloyd Webbers Adaption möchte ich den 25. Geburtstag des Musicals mit einem höchst subjektiven Überblick über seine Geschichte feiern – Vorhang auf für Das Phantom der Oper.
 
Nachdem „Le Fantôme de l’Opéra“ seine Premiere als erfolgreicher Fortsetzungsroman in der Zeitung „Le Gaulois“ hatte, erschien das Buch 1911 erstmals in Romanform. Die tragische Liebesgeschichte von Erik, dem entstellten Meister des Pariser Opernhauses und seiner Faszination für die junge Sängerin Christine Daaé ist heute weltbekannt und die Tatsache, das Leroux im Buch immer wieder beschwört, dass die Geschichte auf Tatsachen beruhe, gibt dem Roman noch einen ganz besonderen Reiz.
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Die Schöne und das Biest in 3D

Mit der 3D-Konvertierung erfolgreicher Filmklassiker der letzten Jahrzehnte sind die Filmstudios in den letzten Monaten offenbar auf eine goldene Eier legende Gans gestoßen. Und warum nicht; solange man bereit ist, genug Zeit und Geld in die Überarbeitung zu stecken, ist dies für den Zuschauer ein wunderbarer Anlass, die alten Filme wieder auf der ganz großen Leinwand zu sehen. Natürlich gibt es Stimmen, die sich über die „sinnlose“ Konvertierung ärgern und die Filme lieber in ihrer originalen Version sehen würden, doch seien wir ehrlich: Im Zeitalter von Bluray und Heimkino wäre eine derart „klassische“ Wiederaufführung für die Studios zumindest ein Risikogeschäft, während an der 3D-Version jeder gewinnt. Und für die ganz Harten gibt es im Internet Anti-Polarisationsbrillen zu finden, mit denen man sich 3D-Filme auch in 2D ansehen kann …
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Shakespeare & Fluch der Karibik

Wahrscheinlich kennen einige der Leser das Gesellschaftsspiel „Tabu“, bei dem die Mitspieler vorgeschriebene Begriffe erklären müssen, ohne bestimmte naheliegende Assoziationen zu verwenden. Als wir dieses Spiel einmal in größerer Runde spielten, stellte mein neunjähriger Bruder die Frage: „Wer hat Fluch der Karibik geschrieben?“ Ich war mir ziemlich sicher, dass Ted & Terry keine mögliche Tabu-Antwort darstellen, und ich brach die Runde ab, um ihn nach der vermeintlichen Lösung zu fragen. So kamen wir darauf, dass der zu erratende Name „Shakespeare“ war – die Erklärung meines Bruders: „Romeo und Julia durfte ich ja nicht sagen!“
In der darauffolgenden allgemeinen Heiterkeit wurde ihm klar, dass er einen Fehler gemacht hatte und er wandte sich beleidigt ab. Ich musste ihm schnell erklären, dass wir nicht ihn auslachen, und dabei stellte sich die Frage: Warum ist diese spezielle Fehlannahme so amüsant?
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Elisabeth – die Demystifizierung einer Legende

Als Michael Kunze und Sylvester Levay 1992 das Musical Elisabeth nach Wien brachten, löste die unerwartete Darstellung unter Kritikern wie Zuschauern einen kleinen Sturm aus. Das Stück zeigt das Leben der österreichischen Kaiserin Elisabeth fern von Kitsch und idyllischer Sissi-Mentalität; Elisabeth wird als starke, aber auch depressive Frau dargestellt, deren Leben aus einem ständigen Kampf gegen die Welt besteht.
Dabei liegt das Hauptaugenmerk nicht etwa auf der Beziehung zwischen Elisabeth und Franz Joseph, sondern im Vordergrund steht eine ganz andere Liebesgeschichte: Elisabeths ewige Anziehung zum Tod, der hier in personifizierter Form als ihr junger Geliebter dargestellt wird. Der Tod steht ihr gesamtes Leben lang an Elisabeths Seite und verführt sie in einer ständigen Hass-Liebe, die sie fortdauernd am Rand ihrer selbst balancieren lässt.
In dieser halb mystischen, halb psychologischen Darstellung wird schnell klar, dass Elisabeth für den Tod selbst eine besondere Rolle einnimmt – wie es der Geisterchor sagt, „Alle tanzten mit dem Tod, doch niemand wie Elisabeth“ – und das wegen ihrer eigenen Einstellung zum Leben und zu den Menschen. Der Tod bleibt eine unwirkliche Gestalt, auf den Elisabeths Mischung aus Lebenswillen und Todessehnsucht eine besondere Faszination ausübt, doch er verliert nie seinen Status als unaufhaltsame Naturgewalt.

Wien, 1992

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Freie Persönlichkeitsentfaltung oder „die Ideologie des Regenbogens“

Seit seinem Entstehen stellt das Internet eine Bastion der freien Meinungsäußerung und Weitergabe dar, ohne eine allgemeine Zensur oder Korrektur. Natürlich kann es dabei nicht ausbleiben, dass auch viele Fundstücke dabei sind, die den Leser nur den Kopf schütteln lassen – Dokumente von Ignoranz und Diskriminierung oder schlicht Manifeste für eine so engstirnige Sichtweise, dass es dem freiheitlichen Charakter des Mediums Internet zu spotten scheint. Würde man sich die Mühe machen, sich über jede kurzsichtige oder bornierte Stellungnahme zu erhitzen, so käme man wohl in seinem Leben zu nichts anderem mehr.
Aber bei aller Abstumpfung finden sich im World Wide Web doch immer wieder Seiten, bei denen dem unvorbereiteten Leser eigentlich nur noch die Tränen kommen können. Grund dafür kann neben dem hanebüchenen Inhalt vor allem die zutiefst überzeugte Grundhaltung des Autors sein, und die Menge an Menschen, die sich davon bewegen lassen. Ein perfektes Beispiel für solch eine zum Selbstläufer werdende Stupidität ist wohl diese Online-Petition:
Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens
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Elsas „Lass jetzt los“ ist Disneys beste Werbestrategie

Man könnte denken, die Frage von Werbung und Marketing für Die Eiskönigin hätte sich erledigt, schließlich ist der Film längst international gestartet. Aber Disneys neuestes Meisterwerk zeigt sich weiterhin erfolgreich über alle Erwartungen hinaus. Mittlerweile erzielt der Film Erfolge, die zu dieser späten Laufzeit nur die absoluten Überflieger Titanic und Avatar verbuchen konnten und das Gesamt-Einspielergebnis liegt an Disney-Meisterwerken nur noch hinter dem König der Löwen zurück. Von daher stellt die Werbung für den Film nach wie vor ein wichtiges Thema dar – und gerade in den letzten Wochen fängt Disney an, genau die passende Strategie aufzufahren.

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Les Comédies Musicales: 1789 – Les Amants de la Bastille

Die Französische Revolution ist eines der historischen Ereignisse, von dem die Menschen bis heute nie genug hören können. Wenn sie auch um einiges brutaler und zur gleichen Zeit sinnloser ablief als der nur wenige Jahre vorher stattfindende amerikanische Unabhängigkeitskrieg, so scheint der folgenschwere Aufstand der Franzosen bis heute doch mehr Flair zu besitzen – oder auf jeden Fall mehr Anreiz, ihn wieder und wieder in allen Einzelheiten auszuleuchten.
Natürlich gibt es hier eine riesige Vielzahl von künstlerischen Bearbeitungen und gerade von Musicals. Das in Deutschland wohl Bekannteste ist das ganz nette Stück Marie Antoinette, das sich bemüht, dieses große Drama aus allen Perspektiven so gut es geht zu beleuchten. Aber nach dem schon etwas älteren Werk La Revolution Française gibt es jetzt auch wieder eine neue französische Adaption: 1789 – Les Amants de la Bastille
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