Kategorie: Verborgene Schätze

Verborgene Schätze: Dr. Horrible’s Sing-Along Blog

Die Karriere von Joss Whedon als Musical-Komponist hat eine bemerkenswerte Historie. Als seine Erfolgsserie Buffy – im Bann der Dämonen bereits in der sechsten Staffel war, beschloss der Mann ohne nennenswerten musikalischen Hintergrund, nun eine Musical-Episode einzuflechten, und das mit Liedern aus seiner eigenen Feder. Wie er selbst im Audiokommentar beschreibt, erfuhr er von dem Prinzip des Kontrapunkts etwa erst, als man ihn darauf hinwies, dass er selbigen im Duett zwischen Giles und Tara gerade verwendet habe.
Once more, with Feeling war nicht nur sofort ein Riesenhit; die Folge ebnete auch den Weg für die Tradition von Musical-Folgen, die sich seitdem in praktisch allen länger laufenden Serien ungeachtet des Genres finden, bis hin zur Erfolgsserie Glee, die dieses Prinzip schließlich zum Thema der Serie macht.

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Verborgene Schätze: Mary Reilly

Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson ist sicherlich eines der ikonischsten Werke unserer Weltliteratur. Es handelt sich bei dem Phänomen „Jekyll vs. Hyde“ heutzutage eher um ein allgemeines erzählerisches Prinzip denn um einen simplen Roman – und gerade das ist es, was Stevensons Geschichte selbst das Genick bricht.
Der Roman ist an sich eigentlich ein sehr direkt erzählter Krimi, bei dem die Auflösung – Achtung, Spoiler – darin besteht, dass Dr. Jekyll und Mr. Hyde die ganze Zeit über ein und dieselbe Person waren. Da das allerdings das Einzige ist, was so ziemlich jede Person unseres Kulturkreises über die Geschichte weiß, ist die große Überraschung einigermaßen hinfällig. Die Folge ist einerseits, dass das Buch selbst veraltet scheint, und andererseits, dass folglich jede Adaption des Stoffes irgendeinen neuen „Twist“ benötigt, um ihr Publikum dennoch zu fesseln. Im Allgemeinen läuft das auf eine spezielle Fokussierung auf Jekylls Psychologie hinaus, bei der er zu einer tragischen Heldengestalt hochstilisiert wird – und das, obwohl er im Ursprungsmaterial alles andere als ein Gutmensch ist. Stevensons Hauptfigur handelt aus egoistischer Verzweiflung, in der Hoffnung, seine unterdrückten Spannungen endlich ausleben zu können und die Dualität zwischen Jekyll und Hyde ist nicht die zwischen gut und böse, sondern zwischen „normal“ und ungehemmt.

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Verborgene Schätze: Mr. Peabody und die Meerjungfrau

Mr. Peabody und die Meerjungfrau ist ein weithin in Vergessenheit geratener Film aus dem Jahre 1948, basierend auf dem ähnlich unbekannten Buch von Guy Jones. Wie der Titel schon überdeutlich macht, handelt es sich um ein modernes Märchen, das Eheprobleme, die Midlife-Crisis und eine kleine Nixe ohne Schwierigkeiten zu einer wahrhaft zauberhaften Mischung verschmelzen lässt.

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Verborgene Schätze: The Devil’s Carnival

Drei Menschen, die durch ihre eigene Schuld ums Leben kommen, drei Seelen, die in Luzifers Karneval erwachen, drei Prüflinge, die ihre eigenen Fehler wieder und wieder durchleben müssen. Auf der Grundlage der Äsop-Fabeln „Der Hund und sein Spiegelbild“, „Skorpion und Frosch“ und „Trauer und sein Tribut“ werden die Gier der Diebin Miss Merrywood, die Leichtgläubigkeit der jungen Tamara und die Trauer von John, der seinen Sohn verloren hat, in in einem bizarren Zirkus zur Grundlage nächtlicher Attraktionen.

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Verborgene Schätze: Les Contes de la Nuit


Es gibt immer wieder besondere Filme, die trotz ihrer Qualität und des großen Lobes, dass sie ernten, nicht den Sprung über ihre Landesgrenzen hinaus schaffen, und oft ist es in unserer Zeit nur dem Internet zu verdanken, wenn der interessierte Suchende schließlich doch auf ein solches Meisterwerk stoßen kann. Einer dieser Filme, der es mehr als Wert ist, entdeckt zu werden ist der französische Animationsfilm Les Contes de la Nuit (Die Nachtgeschichten). Basierend auf der Fernsehserie Dragons et Princesses (Drachen und Prinzessinnen), stellt der Film eine Ansammlung von sechs als Schattenspiel dargestellten Märchen dar, die in einer losen Randgeschichte aneinandergehängt sind: Drei Menschen in einem verlassenen Kino verbringen den Abend damit, Geschichten aus aller Welt für sich alleine nachzuspielen. Die Geschichten selbst sind wunderbar stimmungsvoll erzählt, in einer Optik, die schlicht zum Niederknien ist.
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