Kategorie: Meine Gedanken

Das Prinzip des Fortsetzungsromans

Ich bin ein großer Bücherliebhaber, und ganz besonders ein Fan der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Und gerade bei den Werken der Autoren dieser Zeit kommt man früher oder später unweigerlich an ein ursprünglich als Fortsetzungsroman geschriebenes Buch. Gerade zu dieser Zeit war der Zeitungs- oder Feuilletonroman für viele Autoren die übliche Veröffentlichungsart, darunter so namhafte Schriftsteller wie Alexandre Dumas, Gustave Flaubert, oder auch Charles Dickens. Wie der Begriff schon andeutet, erschien das Buch dabei jeweils in kleinen Häppchen in einer regelmäßig erscheinenden Zeitung, oft über mehrere Jahre hinweg, und wurde dann bei Erfolg am Ende schlicht noch einmal in gebundener Form herausgebracht.
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Der Wert der Unaufrichtigkeit

Anders zu sein ist schätzenswert. Und es eine Menge großartiger Lieder zu diesem Thema. Viele davon gehören zu meinen absoluten Lieblingsliedern – mit so unterschiedlichen Schwerpunkten wie Mulans „Wer bin ich“, Guidos „Guido’s Song“ oder Elphabas „Frei und Schwerelos“. Am Ende kann sich fast jeder mit diesen Liedern identifizieren, denn auf die eine oder andere Weise fühlt sich ja jeder Mensch irgendwie alleine und eben anders.
Aber immer mal stoße ich dann auf ein solches Lied, das mir partout nicht gefällt. Es passt vielleicht auf den ersten Blick ins Schema – aber dennoch, irgendetwas passt da absolut nicht. Und genau solch ein Fall ist Eric Fishs Ballade „Anders sein“.
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Vom Winde verweht – It’s all coming back to me now

Margaret Mitchells 1936 erschienener Roman Vom Winde verweht ist nicht nur einer der großen Klassiker der Weltliteratur, die unstete Hassliebe zwischen Scarlett O’Hara und Rhett Butler ist auch in die Geschichte eingegangen als eines der ganz großen Liebesdramen unserer Zeit. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, weshalb Buch und Film alleine für die Liebesgeschichte solch notorische Bekanntheit erlangt haben? Gerade im Buch nimmt die Beziehung der beiden ja beileibe nicht den größten Raum ein; es ist ein Entwicklungsroman, ein Kriegsdrama, die Verherrlichung einer untergegangenen Zeit – all das steht weit mehr im Vordergrund als die so berühmt gewordene Liebesgeschichte. Und doch ist das Erste und oftmals Einzige, womit der Durchschnittsmensch die Geschichte beschreiben würde, sicherlich die Liebesbeziehung zwischen den beiden Maultieren im Pferdegeschirr.
Diese Einschätzung geht schließlich so weit, dass Film und Buch heutzutage gerade bei Menschen, die den Inhalt gar nicht kennen, als typische Kitschromanze verschrien sind. Dabei wüsste ich keine Liebesgeschichte, die diese Einschätzung weniger verdient.

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Die Zugkraft der englischen Filmtitel

Ganz offensichtlich gelten englische Filmtitel in der heutigen Marketing-Branche als besonders sexy. Es ist klar zu beobachten, dass in der Filmbranche in den letzten Jahren ein gewisses Umdenken stattgefunden hat: Im Zuge der gleichen Entwicklung, in der alles was aus Amerika zu uns kommt als cool und stylisch gilt, werden ja ganz allgemein so viele Ausdrücke und Bezeichnungen wie möglich in ihrem englischen Original belassen.
Diese Entwicklung entbehrt nun nicht einer gewissen Ironie, bedenkt man, wie zögerlich ein großer Publikumsteil gleichzeitig ist, ganze Filme auf Englisch zu sehen. Deutschland ist und bleibt eines der Länder mit der größten Synchronisations-Kultur (und nebenbei auch mit der besten) – es sind nur die Titel der Filme, die immer mehr auch in deutschen Kinos auf Englisch dargestellt werden.
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Hätte Disneys Maleficent je funktionieren können?

Ich hatte erwartet, dass Maleficent schlecht sein würde. Ich hatte auch erwartet, dass der Film erfolgreich wird. Was ich nicht erwartet hatte, war, dass er den Leuten gefallen würde. Ja, während die Kritiker eher zweifeln und die offensichtlichen Probleme herausstellen, zeigen sich die Zuschauer allgemein absolut überschwänglich.
Ich weiß nicht, woran das liegen könnte. Ist es die beeindruckende Optik des Films, der für Disneyfans nicht unerhebliche Nostalgie-Faktor, oder einfach generell die momentane Antihelden-Stimmung? Ich selbst fand den Film jedenfalls zum größten Teil schauderhaft – merke, nur zum größten Teil. Denn da gab es trotz allem immer wieder diesen Funken, dieses besondere Etwas, dass die Frage aufstellt, ob der Film über die böse Fee aus Dornröschen jemals hätte funktionieren können.
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Disneys Märchenenden: Wenn die Erlösung auf sich warten lässt

Einer der wichtigen Punkte beim Geschichtenerzählen ist es, das Ende der Geschichte richtig vorzubereiten und dann auf die stärkstmögliche Weise darzustellen. Und was wäre – gerade bei einer schlichten Märchenerzählung – dabei für ein großes Finale geeigneter als ein zu brechender Fluch? Wenn es den Zauber zu lösen, den Liebsten zu erretten gilt, ja, dann stehen die Einsätze hoch, das Fristende ist fest gesetzt, und die Gelegenheit für ein wunderbar packendes Finale ergibt sich quasi von selbst. Und daher ist es auch kein Wunder, dass die Aufhebung des Fluches und die Rettung in letzter Sekunde seit jeher zum Standardrepertoire der Disney’schen Märchen gehören.

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Silberschellen und Klatschmohn – der kleine Prinz, Anna und Mister Gott

Die beiden Werke Der kleine Prinz und Hallo Mister Gott, hier spricht Anna gehören für mich unbestreitbar zu den großen Klassikern der Weltliteratur. Diese beiden Bücher, in denen zwei einmalige, überlebensgroße Kindergestalten verewigt worden sind, scheinen mir auf geradezu sonderbare Weise verwachsen. Weswegen das so ist, lässt sich in einem Satz kaum sagen, aber ein Beispiel mag der Vergleich der berühmtesten Zitate der beiden Bücher sein – zwei Zitate, die eine wenn auch nicht ähnliche, so doch auf seltsame Art verwandte Aussage bieten:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
und
„Der Unnerschied von einen Mensch und einen Engel ist leicht. Das meiste von ein Engel ist innen, und das meiste von ein Mensch ist außen.“
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Zeichentrick und die Kunst des Stilbruchs

Ich liebe die Kunstrichtung der animierten Filme. Bei der Animation – wörtlich etwa „Beseelung“- geht es mehr als bei allen anderen Kunstarten darum, aus dem Nichts neues Leben zu schaffen, und das auf eine Weise, die dem Künstler selbst so unendlich viele Wege öffnet, sich auszudrücken.
Es ist an sich schon faszinierend, wie viele Möglichkeiten es überhaupt gibt, eine Reihe bewegter Bilder zu einer Geschichte zusammenzuflechten. Die Option, aus einer Reihe von Fotos einen normalen Live-Action-Film zu komponieren, ist ja nur eine unter so vielen. Alle anderen Optionen, ob es nun um Puppentrick geht, um gezeichnete Bilder, Schattentheater oder computergenerierte Filme, wird dabei ganz selbstverständlich unter den einen Begriff der Animations- oder Trickfilme gesteckt. Nun ist solch eine Verallgemeinerung ja nicht ein Problem an sich, man sollte sich nur bewusst sein, welch riesiges Potenzial an Kunst und moderner Kultur hinter diesem Begriff verborgen liegt. Es handelt sich hier um extrem starke Art der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeit – ein Bereich, der nicht in seiner Gesamtheit als einfache Kinderunterhaltung abgestempelt werden sollte.
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Die Schöne und das Biest – Zwei Märchen schreibt die Zeit

Es ist immer wieder eine schwierige Frage – wie sollte man Kunstwerke am gerechtesten bewerten? Schließlich ist dabei jedes Mal eine unendliche Menge unterschiedlicher Faktoren und Einflüsse zu berücksichtigen; Herkunft, Wirkung, Gesamtqualität, und, und, und. Und ein ganz besonderes Problem stellen für mich bei dieser Bewertung Filme dar, denn wo wäre die Masse unterschiedlichster Ansatzpunkte für eine Bewertung größer? Man kann das Ganze von der Seite der Emotionen aus angehen, von der reinen Qualität der Geschichte, von den Schauspielern, der Regie – und dabei habe ich von der ewigen Unterscheidung zwischen bestes und liebstes Werk noch gar nicht angefangen.

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Welche Symbolkraft steckt im Tanz der Vampire?


Die Gestalt des Vampirs hatte zu jeder Zeit eine starke Symbolkraft inne – gerade darin liegt ja der Hauptgrund für die anhaltende Faszination jener Gruselgeschöpfe. Es ist ein Spiel mit der Erotik, mit Widerstreben und insgeheim ersehnter Überwältigung, das uns immer wieder mit den wohl charmantesten aller Monster liebäugeln lässt. Dabei ist diese Symbolik bei weitem nicht zu jeder Zeit die gleiche geblieben, im Gegenteil: Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bild des Vampirs immer wieder gewandelt und von Generation zu Generation neu definiert – eben gerade weil es immer die verborgenen Sehnsüchte und Wünsche der aktuellen Zeit symbolisch dargestellt hat.
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