Kategorie: Meine Gedanken

Fifty Shades of Grey – ein zweifelhafter Erfolg zwischen den Stühlen

Dass Fifty Shades of Grey nicht zur Krone der großen Literatur gehört, muss nicht extra erwähnt werden. Bei den Büchern handelt es sich um schlechte BDSM-Fanfic zu einer sowieso schon schlechten Vampirbuchreihe. Und im Gegensatz zu den Twilight-Büchern gibt es bei Fifty Shades of Grey auch kaum Verfechter der Serie. Trotz des unwahrscheinlichen Erfolgs der Bücher scheint es niemanden zu geben, der sie wirklich für qualitativ gut hält.

Natürlich wird ein derart unerwarteter Erfolg irgendwann zum reinen Selbstläufer. Auch ich habe die Bücher gelesen, zum einen aus Neugier, und zum anderen weil ich gerne bescheid weiß, ehe ich mich über ein Machwerk öffentlich auslasse. Ich fand den ersten Band erträglich und stellenweise ganz amüsant, den zweiten und dritten dagegen nur noch schmerzhaft langweilig.
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Die Farben der Disney-Prinzessinnen

Im Gefüge der Disney-Studios haben die Prinzessinnen einen ganz besonderen Status inne. Bei Disney Princess handelt es sich momentan um das gewinnbringendste Franchise überhaupt – noch vor anderen Disney-Giganten wie Star Wars oder Winnie Puuh.

Und in ihrer Rolle als „Disney-Prinzessin“ haben Arielle, Schneewittchen und Co. einige Veränderungen gegenüber ihren ursprünglichen Film-Charakteren hinnehmen müssen. Die ganze Reihe ist hoffnungslos verkitscht; die Prinzessinnen wurden für ihr neues Kleine-Mädchen-Publikum vollkommen pervertiert, mit rosa Glitzer bedeckt und zu reinen Modenschau- und Teeklatsch-Anhängerinnen degradiert. Alleine eine furiose Internet-Kampagne hat Disney davon abzuhalten, selbst Merida dieser Hirnwäsche zu unterziehen und zur „perfekten Prinzessin“ umzustilisieren.
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Wie Disney mit Baymax einen neuen Weg gefestigt hat

Baymax

Disneys neuestes Meisterwerk Baymax hat von Anfang an gewisse Vergleiche mit anderen Filmen angestoßen. Zum einen war da der unglaubliche Erfolg von Disneys letztem Streich, der Eiskönigin; ein Erfolg der weder auf seiner finanziell noch kulturellen Ebene so bald wiederholt werden kann. Doch zum Glück hat sich Baymax dieser unmöglich zu erreichenden Anforderung alleine durch sein Thema schon enthoben. Ein weiteres Märchenmusical, das der Eiskönigin direkt gefolgt wäre, hätte solch eine Kritik sicherlich in vollem Umfang auf sich gezogen, ähnlich wie der oft verglichene „Flop“ Pocahontas, der in Sachen Epik und Leidenschaftlichkeit die gleichen Wege wie der Überraschungserfolg Der König der Löwen einzuschlagen versuchte. Doch Baymax ist ein actionlastiger, wenn auch höchst emotionaler Superheldenfilm; ein allzu direktes Nebeneinanderstellen mit den vorangegangenen Märchenfilmen schließt sich daher von selbst aus. (mehr …)

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Frank’N’Furter, Lisle von Rhoman und der Finger Gottes

Wenn man sich eine bildliche Darstellung Gottes vor Augen rufen will, so wird man wohl unweigerlich auf Die Erschaffung des Adam von Michelangelo stoßen, den zentralen Teil des Deckenfreskos der Sixtinische Kapelle. Das Bild ist so ikonisch wie kaum ein religiöses Gemälde sonst, und als die Darstellung der Erschaffung des Menschen an sich hat es sich längst im allgemeinen Bewusstsein verewigt.

Von daher ist dieses Gemälde ideal für jede Art von übertragener Nutzung oder auch symbolischer Verwendung, gerade auch in abgewandelter Form. Ob es nun um eine „offizielle“ Darstellung des Spaghettimonsters oder um ganz simple Parodien oder Hommagen an den christlichen Glauben geht, Michelangelos Bild ist stets ein Garant für einen allumfassenden Wiedererkennungswert des Originals.
Unter den endlosen Wiederverwendungen und Verfremdungen des Gemäldes habe ich persönlich zwei ganz klare Favoriten, nämlich die Nutzung der Erschaffung des Adam in der Rocky Horror Picture Show und in dem (sicherlich von ersterem inspirierten) Der Tod steht ihr gut – zwei filmische Werke, die Michelangelos Meisterwerk auf nahezu identische Weise einsetzen.
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Charlie Hebdo und die Verarbeitung in der Kunst – eine Überlegung

Die grauenvollen Ereignisse der letzten Woche haben mich ebenso sehr wie jeden anderen zutiefst erschüttert und, mehr noch, zum Nachdenken gebracht. Es ist nicht nur der Fanatismus und die reine zerstörerische Kraft hinter dem blutigen Anschlag, die mich bewegt, es ist vielmehr das Drama, dass eine kleine Gruppe Wahnsinniger es sich anmaßen kann, eine gesamte Glaubensrichtung zu vertreten, und dass es diesen Fundamentalisten gelingt, all ihre Glaubensbrüder durch ihrer Tat zu beschmutzen. Am Ende hat der Anschlag fanatischen Islamisten und Islamhassern ja gleichermaßen geholfen, und es wird eine grauenvolle Bilanz sein, wenn sich die fehlgeleiteten Demonstranten am Montag vervielfacht haben.

Doch ich bin nicht gut darin, über das Zeitgeschehen zu reden; die aktuelle Politik ist schlichtweg nicht mein Metier. Mich selbst hat der folgenschwere Anschlag viel mehr zum Nachdenken auf einer ganz anderen Ebene gebracht: Die Ereignisse haben in mir den Wunsch geweckt, meine Gefühle und meinen inneren Aufruhr auf schriftstellerische Weise zu verarbeiten.
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Umbridge und die Häuser von Hogwarts

Die Harry-Potter-Bücher von Joanne K. Rowling bewegen sich längst in einer vollkommen eigenen Liga, in ihrem Erfolg kaum vergleichbar mit irgendeiner anderen Art Literatur. Dieses Phänomen zu hinterfragen oder gar erklären zu wollen haben bislang genug Menschen versucht – generell mit eher mäßigem Ergebnis.
Ich selbst würde gar nicht versuchen, zu ergründen, was genau nun gerade Harry Potter so einmalig macht. Mit Sicherheit verfügt Rowling über einen fantastischen Schreibstil, mit dem sie ihre Leser mitzureißen vermag, und der diese ganze, quirlige Fantasywelt erst wirklich zum Leben erweckt.
So weit, dass man darüber gerne vergisst, die Welt in und um Hogwarts wirklich mit strengen Augen zu durchleuchten.
Denn seien wir ehrlich: Eigentlich weist das Harry-Potter-Universum einige nicht unerhebliche logische Probleme auf, die bei genauerer Durchleuchtung nur zu offensichtlich werden. Das fängt mit dem regelmäßigen Deus ex Machina pro Band an, oder mit simplen faktischen Fehlern wie der Klassengröße Hogwarts verglichen mit der dazugehörigen Schüler- und Lehrerzahl. Dann sind da die praktisch allmächtigen Zauber wie der Zeitumkehrer, der Glückstrank Felix Felicis und der Unbrechbare Schwur, die praktischerweise außerhalb ihrer eigentlichen Storyfunktion nie mehr erwähnt werden. Als ob Voldemort mit einem derart praktischen Schwur nicht längst sämtliche Todesser auf absolute Loyalität verschworen hätte.
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Strange things did happen: The Hanging Tree und Das Lied vom Henkersbaum

Ob in Buchform oder auf der Leinwand, Katniss Everdeen hat in kürzester Zeit eine gesamte Generation für sich gewonnen. Die Tribute von Panem sind ein wunderbares Beispiel für Jugendliteratur, die sich zurecht auch unter Erwachsenen durchsetzen konnte, und seit Jennifer Lawrence in Hunger Games der jungen Kämpferin Gesicht und Stimme geliehen hat, ist Katniss und ihr Spottvogel-Ruf längst im allgemeinen Kultur-Gedächtnis verankert. So sehr, dass sich bei den jüngsten Aufständen in Thailand der Panem-Salut als allgemeines Freiheits-Symbol durchgesetzt hat.

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Von Transcendence zu Interstellar

Im Frühling diesen Jahres entwickelte sich das Sciencefiction-Drama Transcendence trotz Starbesetzung zu einem so unerwarteten wie katastrophalen Flop. Die Kritik des Regiedebüts war weitgefächert; die Handlung sei zu flach, zu kompliziert, der Film zu abgehoben oder zu vorhersehbar.
Ich persönlich fand den Film alleine genommen schlichtweg – in Ordnung.

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Interstellar – die Vervollkommnung von 2001: Odyssee im Weltraum?

Christopher Nolan hat sich als Regisseur längst einen ganz besonderen Ruf aufgebaut. So unterschiedlich seine Filme in Thema und Setting auch sein mögen, so gelingt es ihnen allesamt, komplexe Gedankenwelten zu erschaffen und den Zuschauer durch oftmals verstörende psychologische Kniffe zum Nachdenken anzuregen. Und das, ohne bei aller Komplexität jemals das Massenpublikum (und damit die Einspielergebnisse) auf der Strecke zu lassen.
Mit Interstellar ist nun Nolans neues Werk in die Kinos gekommen. Das Science-Fiction-Genre an sich hat der Regisseur schon mehrfach betreten, mit Interception und der Dark-Knight-Trilogie, oder eigentlich bereits mit seinem Illusions-Spektakel Prestige. Doch Interstellar ist nun der erste Film, der ganz als klassischer Science-Fiction-Film daherkommt und die Flucht der Menschheit von einer dystopisch verseuchten Erde verfolgt. Und gerade da Setting und Grundthema des Films derart klassisch daherkommen, wurde der Film von Anfang an gespannt beäugt. Würde es Nolan gelingen, seinem Ruf gerecht zu werden, und ein solch konventionell anmutendes Thema zu einem wirklich neuartigen, bahnbrechenden Film zu verarbeiten?
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Dogville, Seeräuber-Jenny und die Alte Dame

Lars von Triers Dogville ist ein seltsamer Film, egal, welche Definition man ansetzen will. Und ich will hier gar nicht anfangen, über den eigentlichen Stil zu reden; über die auf den Boden gezeichneten Kulissen, die (ganz im Sinne Brechts) selbst für eine Theateraufführung bemerkenswert minimalistisch wären. Nein, mich interessiert hier vor allem die Handlung des Films und die Vermischung verschiedener Vorlagen – diese Herkunftsgeschichte ist an sich schon sonderbar genug.
Dogville erzählt die Geschichte eines winzigen Bergdorfes, dessen Bewohner unverhofft mit der Aufgabe konfrontiert werden, einer jungen, vor der Mafia flüchtenden Frau Unterschlupf zu gewähren. Nach anfänglichem Zögern entschließt sich die Dorfgemeinde schnell, Grace in ihrer Mitte aufzunehmen und der Einsamen die Möglichkeit zu geben, ein neues Leben anzufangen. Doch mit der Zeit kehrt sich die schützende Stimmung der Dorfbewohner immer weiter ins Gegenteil, sie beginnen, Grace physisch und sexuell auszunutzen, bis sie schließlich, an ein Wagenrad gekettet, als Sklavin des gesamten Dorfes ihr Leben fristen muss. Als selbst das nicht mehr ausreicht, wird endlich der Entschluss gefasst, das Mädchen doch noch an den Mafiaboss zu verkaufen – der sich allerdings als Graces Vater herausstellt, und auf den Befehl seiner Tochter hin blutige Rache an dem gesamten Dorf verübt.

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