Kategorie: Meine Gedanken

Die Farben der Disney-Prinzessinnen

Im Gefüge der Disney-Studios haben die Prinzessinnen einen ganz besonderen Status inne. Bei Disney Princess handelt es sich momentan um das gewinnbringendste Franchise überhaupt – noch vor anderen Disney-Giganten wie Star Wars oder Winnie Puuh.

Und in ihrer Rolle als „Disney-Prinzessin“ haben Arielle, Schneewittchen und Co. einige Veränderungen gegenüber ihren ursprünglichen Film-Charakteren hinnehmen müssen. Die ganze Reihe ist hoffnungslos verkitscht; die Prinzessinnen wurden für ihr neues Kleine-Mädchen-Publikum vollkommen pervertiert, mit rosa Glitzer bedeckt und zu reinen Modenschau- und Teeklatsch-Anhängerinnen degradiert. Alleine eine furiose Internet-Kampagne hat Disney davon abzuhalten, selbst Merida dieser Hirnwäsche zu unterziehen und zur „perfekten Prinzessin“ umzustilisieren.
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Charlie Hebdo und die Verarbeitung in der Kunst – eine Überlegung

Die grauenvollen Ereignisse der letzten Woche haben mich ebenso sehr wie jeden anderen zutiefst erschüttert und, mehr noch, zum Nachdenken gebracht. Es ist nicht nur der Fanatismus und die reine zerstörerische Kraft hinter dem blutigen Anschlag, die mich bewegt, es ist vielmehr das Drama, dass eine kleine Gruppe Wahnsinniger es sich anmaßen kann, eine gesamte Glaubensrichtung zu vertreten, und dass es diesen Fundamentalisten gelingt, all ihre Glaubensbrüder durch ihrer Tat zu beschmutzen. Am Ende hat der Anschlag fanatischen Islamisten und Islamhassern ja gleichermaßen geholfen, und es wird eine grauenvolle Bilanz sein, wenn sich die fehlgeleiteten Demonstranten am Montag vervielfacht haben.

Doch ich bin nicht gut darin, über das Zeitgeschehen zu reden; die aktuelle Politik ist schlichtweg nicht mein Metier. Mich selbst hat der folgenschwere Anschlag viel mehr zum Nachdenken auf einer ganz anderen Ebene gebracht: Die Ereignisse haben in mir den Wunsch geweckt, meine Gefühle und meinen inneren Aufruhr auf schriftstellerische Weise zu verarbeiten.
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Trauere ich einer Zeichentrick-Eiskönigin nach?

Die Disney-Studios sind nicht nur berühmt für ihre Trickfilme, nein, der Name Disney an sich ist weltweit untrennbar mit dem Medium Zeichentrick verbunden. Und doch wurde diese Allianz schon vor vielen Jahren zum ersten Mal offiziell gebrochen; 2004 sollte ausgerechnet Die Kühe sind los das letzte Zeichentrick-Meisterwerk des Studios werden.
Es gab seinerzeit einen Aufschrei, der das gesamte Internet zum Erbeben brachte, nicht zuletzt auch deshalb, weil Disney zu diesem Zeitpunkt alles andere als vertraut mit dem Medium der Computeranimation war – wie der erste Disney-CGI-Film Himmel und Huhn lebhaft bewies. Ich selbst habe damals nicht in den allgemeinen Protest mit eingestimmt, zu abwegig kam mir die Vorstellung vor, dass diese Abwärtsspirale wirklich den zukünftigen Weg des Studios markieren sollte.
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Freizeitparks und das Erbe von Disneyland

Wenn man in unserer Zeit von Vergnügungs- oder Freizeitparks spricht, so steht im allgemeinen Disneyland irgendwo im Hintergrund als allmächtiges Beispiel. Egal von welchem der weltweit eröffneten Disney-Freizeitparks die Rede ist, seit Disneyland 1955 in Anaheim eröffnet wurde, spielen die Disney-Parks in einer ganz eigenen Liga. Schon damals war ja gerade das die eigentliche Intention Walt Disneys: Er wollte mit seinem Disneyland eine eigene Welt schaffen, in der sich Erwachsene und Kinder gleichermaßen in Träumen verlieren können – abseits der dreckigen Jahrmärkte und der Fahrgeschäft-Zusammenschlüsse, die zu jener Zeit die einzige Alternative darstellten.
Und in der Tat sind die Disney-Parks in ihrer Qualität lange Zeit einzigartig geblieben. Mit den Imagineers gibt es eine höchst gefragte eigene Berufssparte innerhalb des Disney-Komplexes, die sich nur mit der Weiterführung und immer weiteren Perfektionierung der Parks beschäftigt, und die Patente und aufsehenerregenden Erfindungen, die alleine für Disneyland entwickelt wurden, sind kaum zu zählen. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die Disney-Parks einem Qualitätsstandard genügen, von dem die große Mehrzahl gewöhnlicher Vergnügungsparks nur träumen kann. Die Folge ist eben, dass Disneyland immer als ein Qualitätsvorbild im Hintergrund steht, mit dem sich andere Parks nicht nur vergleichen müssen, sondern zu dem sie auch was die Entwicklung neuer Fahrtgeschäfte angeht neugierig emporschauen.
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Der Wert der Unaufrichtigkeit

Anders zu sein ist schätzenswert. Und es eine Menge großartiger Lieder zu diesem Thema. Viele davon gehören zu meinen absoluten Lieblingsliedern – mit so unterschiedlichen Schwerpunkten wie Mulans „Wer bin ich“, Guidos „Guido’s Song“ oder Elphabas „Frei und Schwerelos“. Am Ende kann sich fast jeder mit diesen Liedern identifizieren, denn auf die eine oder andere Weise fühlt sich ja jeder Mensch irgendwie alleine und eben anders.
Aber immer mal stoße ich dann auf ein solches Lied, das mir partout nicht gefällt. Es passt vielleicht auf den ersten Blick ins Schema – aber dennoch, irgendetwas passt da absolut nicht. Und genau solch ein Fall ist Eric Fishs Ballade „Anders sein“.
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Die Zugkraft der englischen Filmtitel

Ganz offensichtlich gelten englische Filmtitel in der heutigen Marketing-Branche als besonders sexy. Es ist klar zu beobachten, dass in der Filmbranche in den letzten Jahren ein gewisses Umdenken stattgefunden hat: Im Zuge der gleichen Entwicklung, in der alles was aus Amerika zu uns kommt als cool und stylisch gilt, werden ja ganz allgemein so viele Ausdrücke und Bezeichnungen wie möglich in ihrem englischen Original belassen.
Diese Entwicklung entbehrt nun nicht einer gewissen Ironie, bedenkt man, wie zögerlich ein großer Publikumsteil gleichzeitig ist, ganze Filme auf Englisch zu sehen. Deutschland ist und bleibt eines der Länder mit der größten Synchronisations-Kultur (und nebenbei auch mit der besten) – es sind nur die Titel der Filme, die immer mehr auch in deutschen Kinos auf Englisch dargestellt werden.
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Welche Symbolkraft steckt im Tanz der Vampire?


Die Gestalt des Vampirs hatte zu jeder Zeit eine starke Symbolkraft inne – gerade darin liegt ja der Hauptgrund für die anhaltende Faszination jener Gruselgeschöpfe. Es ist ein Spiel mit der Erotik, mit Widerstreben und insgeheim ersehnter Überwältigung, das uns immer wieder mit den wohl charmantesten aller Monster liebäugeln lässt. Dabei ist diese Symbolik bei weitem nicht zu jeder Zeit die gleiche geblieben, im Gegenteil: Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bild des Vampirs immer wieder gewandelt und von Generation zu Generation neu definiert – eben gerade weil es immer die verborgenen Sehnsüchte und Wünsche der aktuellen Zeit symbolisch dargestellt hat.
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Phantasia – klassische Suite eines modernen Werkes

Unter all den Projekten, die im Laufe der Zeit im Bannkreis von Andrew Lloyd Webbers Phantom der Oper entstanden sind, ist Phantasia für Fans und Liebhaber wohl eines der eindrucksvollsten. Die offizielle Suite zu dem Musical erschien 2005 noch im Fahrwasser des berüchtigten Films und gerade rechtzeitig, um mit der zusätzlichen The Woman in White Suite noch Werbung für Webbers damals aktuelle Show zu machen.

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Elisabeth – die Demystifizierung einer Legende

Als Michael Kunze und Sylvester Levay 1992 das Musical Elisabeth nach Wien brachten, löste die unerwartete Darstellung unter Kritikern wie Zuschauern einen kleinen Sturm aus. Das Stück zeigt das Leben der österreichischen Kaiserin Elisabeth fern von Kitsch und idyllischer Sissi-Mentalität; Elisabeth wird als starke, aber auch depressive Frau dargestellt, deren Leben aus einem ständigen Kampf gegen die Welt besteht.
Dabei liegt das Hauptaugenmerk nicht etwa auf der Beziehung zwischen Elisabeth und Franz Joseph, sondern im Vordergrund steht eine ganz andere Liebesgeschichte: Elisabeths ewige Anziehung zum Tod, der hier in personifizierter Form als ihr junger Geliebter dargestellt wird. Der Tod steht ihr gesamtes Leben lang an Elisabeths Seite und verführt sie in einer ständigen Hass-Liebe, die sie fortdauernd am Rand ihrer selbst balancieren lässt.
In dieser halb mystischen, halb psychologischen Darstellung wird schnell klar, dass Elisabeth für den Tod selbst eine besondere Rolle einnimmt – wie es der Geisterchor sagt, „Alle tanzten mit dem Tod, doch niemand wie Elisabeth“ – und das wegen ihrer eigenen Einstellung zum Leben und zu den Menschen. Der Tod bleibt eine unwirkliche Gestalt, auf den Elisabeths Mischung aus Lebenswillen und Todessehnsucht eine besondere Faszination ausübt, doch er verliert nie seinen Status als unaufhaltsame Naturgewalt.

Wien, 1992

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Freie Persönlichkeitsentfaltung oder „die Ideologie des Regenbogens“

Seit seinem Entstehen stellt das Internet eine Bastion der freien Meinungsäußerung und Weitergabe dar, ohne eine allgemeine Zensur oder Korrektur. Natürlich kann es dabei nicht ausbleiben, dass auch viele Fundstücke dabei sind, die den Leser nur den Kopf schütteln lassen – Dokumente von Ignoranz und Diskriminierung oder schlicht Manifeste für eine so engstirnige Sichtweise, dass es dem freiheitlichen Charakter des Mediums Internet zu spotten scheint. Würde man sich die Mühe machen, sich über jede kurzsichtige oder bornierte Stellungnahme zu erhitzen, so käme man wohl in seinem Leben zu nichts anderem mehr.
Aber bei aller Abstumpfung finden sich im World Wide Web doch immer wieder Seiten, bei denen dem unvorbereiteten Leser eigentlich nur noch die Tränen kommen können. Grund dafür kann neben dem hanebüchenen Inhalt vor allem die zutiefst überzeugte Grundhaltung des Autors sein, und die Menge an Menschen, die sich davon bewegen lassen. Ein perfektes Beispiel für solch eine zum Selbstläufer werdende Stupidität ist wohl diese Online-Petition:
Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens
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