Der Papyrus des Cäsar: Asterix ist endlich wieder da!

Bei Asterix handelt es sich um eine geniale Comicreihe – das ist ein Fakt, der bei Comicbuch-Liebhabern und Historikern gleichermaßen als festgesetzt dastehen dürfte. Dass Asterix seine besten Tage nun lange hinter sich gelassen hat, gilt wohl leider als genauso allgemeingültige Tatsache. Seit Asterix-Autor René Goscinny seine Figur 1977 durch seinen frühzeitigen Tod im Stich lassen musste, hat sich Zeichner Albert Uderzo bemüht, das Leben der unbeugsamen Gallier im Alleingang weiterzuführen – zunehmend mit zweifelhaftem Erfolg.
Über das Leid der späteren Asterix-Bände habe ich vor zwei Jahren schon einen ausführlichen Artikel geschrieben, damals, als der erste Band unter der Feder der neuen Autoren Jean-Yves Ferri und Didier Conrad erschienen ist. Asterix bei den Pikten glänzte mit einer Durchschnittlichkeit und Langeweile, die alles bisher Gesehene in den Schatten stellte, und die absurden Story-Katastrophen der späteren Uderzo-Bände in ein geradezu charmantes Licht rücken ließ.

ASTERIX-Bd36-Cover_finalNun hat das neue Autoren-Duo nach Asterix bei den Pikten seinen zweiten Band herausgebracht: Der Papyrus des Cäsar. Und trotz meiner unbarmherzigen Meinung dem letzten Asterix-Abenteuer gegenüber, habe ich mich entschlossen, den beiden noch eine zweite Chance zu gewähren (mehr …)

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Herr der Fliegen, Peter Pan und die Unschuld der Kinder

William Goldings Meisterwerk Herr der Fliegen ist ein grausames Buch. Es ist eine Erzählung von der Brutalität der Kinder, von Verrohung und Entmenschlichung und von dem Verlust der Unschuld.
Herr der Fliegen zeichnet ein Bild der Menschheit anhand einer Gruppe Kinder, die auf einer einsamen Insel gestrandet sind. Während die sechs bis zwölfjährigen Jungen zu Beginn noch fest vorhaben, eine geordnete Gesellschaft aufrechtzuerhalten, kippt das mühsam erhaltene Gefüge allzu bald ab: Die Kinder wenden sich gegeneinander, die kulturelle Erziehung fällt Stück für Stück zusammen und bald herrschen auf der Insel nur noch Gewalt und das Gesetz des Stärkeren.
vlcsnap-2015-09-24-10h11m46s221 Diese Geschichte könnte wohl alleine durch die dargestellte Grausamkeit wirken, doch die Genialität von Herr der Fliegen liegt darin, dass das Buch bei weitem mehr tut. Wenn es dem Buch heute noch genauso wie vor fünfzig Jahren gelingt, seine Leser zu schockieren und fassungslos zurückschrecken zulassen, so liegt das nicht an der Gewalt, die die jungen Hauptfiguren wirklich auswirken. Es ist viel mehr der Bruch zum Anfang des Buchs, als alle Jungen noch gemeinsam dabei sind, eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen und zusammenzuarbeiten, und die Darstellung dessen, wie diese anfängliche Zusammenarbeit mehr und mehr auseinandergerissen wird. Die Kinder werden vom Herrn der Fliegen, von ihrer eigenen inneren Bestie, immer weiter zerrissen und korrumpiert. Es ist eine Geschichte von Zivilisation und Ordnung, und davon, wie zerbrechlich diese kulturellen Konstrukte wirklich sind.

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Alles steht Kopf: Pixars neuster Geniestreich

Bei Kunstwerken, die als für alle Altersklassen geeignet gelten, unterscheide ich meist in zwei Kategorien: Es gibt an Erwachsene gerichtete Werke, die so allgemeingültig erzählt sind, dass sie auch Kinder ansprechen, und Kinderwerke, die so grandios sind, dass sie auch Erwachsenen gefallen. Ersteres sind für mich die hochphilosophischen Romane von Michael Ende, zweiteres die farbenprächtigen Zauberwelten von Astrid Lindgren.
Was Pixars neuestes Werk angeht, so findet sich Alles steht Kopf ganz klar in der zweiten Gruppe wieder. Es ist ein Kinderfilm durch und durch, und dabei ist er so perfekt, dass er ohne Probleme ein universelles Publikum anspricht.

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Asterix im Land der Götter: Rückkehr zu alter Glorie

Dieses Jahr war es wieder so weit; ein neuer Asterix-Film kam in die Kinos, um mit amerikanischen und japanischen Produktionen um die Zuschauerschaft zu streiten. Das Erste, was dabei an der neuen Comicband-Verfilmung auffiel, war, dass es sich um einen Computer-generierten Film handelte – ein Novum bei den Verfilmungen der gallischen Abenteuer. Für mich persönlich war es das erste Anzeichen, den Film mit einer gewissen Menge Misstrauen zu begutachten, denn da der klassische Zeichentrick sich vom Stil her eigentlich sehr viel besser für die Verfilmung eines gezeichneten Comicbands eignet, liegt die Vermutung nahe, dass die Wahl des Mediums in diesem Fall rein Marketing-bedingt getroffen wurde.
17deEin anderes ungünstiges Vorzeichen für den Film bestand darin, dass die gesamte Werbung sich rein an ein sehr kindliches Publikum zu wenden schien, mit Trailern, in denen außer Wildschweinjagden und verhauenen Römern kaum etwas vom Film selbst gezeigt wurde. Diese scheinbare Fokussierung auf die jüngeren Zuschauer mutet um so seltsamer an, als in diesem Film der Band Die Trabantenstadt verfilmt wurde, eines der politischeren und inhaltlich fordernderen Abenteuer der unbesiegbaren Gallier.
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Der große Disneyland-Vergleich: World of Color & Disney Dreams!

Anstelle eines Sommerlochs hier nun einige ältere Artikel: Diese Vergleichsreihe zwischen dem Original-Disneyland in Anaheim und Disneyland Paris erschien 2011 auf sdb-film.de, der Seite meines geschätzten Freundes und Blogger-Kollegen Sidney Schering.

So, hiermit bin ich beim Finale meiner Vergleichsreihe angekommen – die beiden Shows, die in Anaheim und in Paris nun täglich den Abendhimmel erleuchten.
Dabei kommt beiden Präsentationen eine enorme Bedeutung in ihren jeweiligen Parks zu. Als World of Color im Sommer 2010 eröffnet wurde, gelang es der Show praktisch im Alleingang, California Adventures zu neuem Ruhm zu verhelfen und den schlechten Ruf des Parks zu heben. Die Show ist so erfolgreich, dass man sich als Zuschauer für die (enorm große) Tribünenfläche Tickets besorgen muss, die täglich bis zum Mittag vergriffen sind. Disney Dreams! stellte für 2012 dagegen die große Neuerung in Paris dar, die den 20. Geburtstag von Disneyland attraktionsmäßig erfolgreich alleine bestreiten konnte.

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Anaheim

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Der große Disneyland-Vergleich: Alice in Wonderland, Alice’s Curious Labyrinth & The Mad Teaparty

Anstelle eines Sommerlochs hier nun einige ältere Artikel: Diese Vergleichsreihe zwischen dem Original-Disneyland in Anaheim und Disneyland Paris erschien 2011 auf sdb-film.de, der Seite meines geschätzten Freundes und Blogger-Kollegen Sidney Schering.

Alice im Wunderland ist wohl selbst im nicht allzu gesetzten Disney-Kanon ein ungewöhnliches Meisterwerk – es ist so bunt wie verrückt und so kurzweilig und amüsant wie sinnlos. Man könnte sagen, der ganze Film ist selbst ein wenig wie ein erfolgreicher Disneylandbesuch, und so scheint es nur passend, dass ihm in jedem der Parks ein nicht unerhebliches Eckchen des Fantasylands gewidmet ist. (mehr …)

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Der große Disneyland-Vergleich: Fantasyland und die Märchenbahnen

Anstelle eines Sommerlochs hier nun einige ältere Artikel: Diese Vergleichsreihe zwischen dem Original-Disneyland in Anaheim und Disneyland Paris erschien 2011 auf sdb-film.de, der Seite meines geschätzten Freundes und Blogger-Kollegen Sidney Schering.

Das obligatorische Fantasyland ist wohl der Disney-typischste Teil eines jeden Disney-Freizeitparks, und auch der erste, an den der Durchschnittsmensch bei der Erwähnung von Disneyland denkt. Dies ist der Ort, an dem die Märchenfilme wirklich Gestalt annehmen und man das Gefühl hat, den Disneyzauber mit jedem Atemzug in sich aufzunehmen.
Generell sind sich diese Bereiche in beiden Parks sehr ähnlich, seit Anaheim auch auf die Kulisse eines alten europäischen Dorfes hin renoviert wurde. Beide Versionen bieten eine wunderschöne und detailgenaue Gestaltung, deren Unterschiede eher in den Einzelheiten liegen – wie der Frage, auf welcher Seite des Weges Peter Pan‘s Flight nun zu finden ist, oder ob es Cinderellas oder Schneewittchens Brunnen ist, an dem man vorbeiflaniert.

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Paris

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Der große Disneyland-Vergleich: Pirates of the Caribbean

Anstelle eines Sommerlochs hier nun einige ältere Artikel: Diese Vergleichsreihe zwischen dem Original-Disneyland in Anaheim und Disneyland Paris erschien 2011 auf sdb-film.de, der Seite meines geschätzten Freundes und Blogger-Kollegen Sidney Schering.

Als Pirates of the Caribbean 1967 seine Pforten öffnete, bot die völlig neuartige Wasserbahn ihren Besuchern ein Erlebnis, wie man es noch nicht gesehen hatte: Neben aufwändigen Kulissen und zwei „Wasserfällen“, die die Gäste in ihren Booten durchfahren, tummeln sich hier insgesamt 128 Audio-Animatronic-Figuren, die in großem Maßstab die Piraten-Welt des achtzehnten Jahrhunderts wiederauferstehen lassen.

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Paris

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Mary Poppins‘ Dachfirsttanz: Step in Time, You Step in Time!

Ich habe nun schon mehrfach über die Disney’sche Verfilmung von Mary Poppins geschrieben, aber aus irgendeinem Grund komme ich doch immer wieder auf dieses filmische Meisterwerk zurück. Einer der spannenden Punkte des Films liegt für mich darin, wie die charakterlich und stimmungsmäßig so unterschiedlichen Teile des Films sich am Ende zu einem kohärenten und zusammengehörigen Ganzen verbinden. Da gibt es die großen Showstopper, „Ein Löffelchen voll Zucker“ und „Supercalifragilisticexpialigetisch“, die dem Publikum als bunte, fetzige Tanznummern fest im Gedächtnis bleiben. Für so manchen Gelegenheits-Zuschauer werden sie auch den allgemeinen Charakter des Films definieren – Mary Poppins, das große Disney-Spektakel über die fröhliche Zauber-Nanny.
mary-poppins-disneyscreencaps.com-9852 Aber diese Stilrichtung alleine hätte den Film sicher nicht in die zeitlose Klassiker-Riege gehoben, in der er sich heute befindet. Und auch bei den bekannten, „großen“ Mary-Poppins-Liedern finden sich „Chim Chim Cheree“ und „Füttert die Vögel“, zwei schwermütige, moll-lastige Melodien, die als Liedfetzen beziehungsweise als Hintergrundmusik den gesamten Film durchziehen. Gerade diese schweren, durchaus melancholischen Teile des Films sind es, die den fröhlichen Tanznummern erst Inhalt und Rückgrat verleihen, und die dem Zuschauer das Gefühl geben, nicht nur ein reines „lustiges Disney-Musical“ vor sich zu haben, sondern einen vollwertiges, ernstzunehmendes Stück Filmkunst.
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